Glossar: Kfz-Werkstatt

Ansprüche an die Kfz-Werkstatt steigen

Die Zeiten, in der Automechaniker mit Hebebühne und wenigen Werkzeugen jegliche Art von Reparaturen an Autos gleich welcher Marke ausführen konnten, sind noch nicht allzu lange vorbei. Bei vielen Modellen älterer Baujahre kann der Kfz-Meister wohl noch immer eine zuverlässige Diagnose allein anhand des Motorengeräusches stellen. Auch bei neuen Modellen reicht es oft aus, das Auto auf die Hebebühne zu fahren, um abgenutzte Verschleißverteile wie Bremsscheiben mit einem Blick zu erkennen. Bei einer Autoreparatur geht es heute jedoch um weit mehr als um das Erkennen von Verschleiß und mechanischen Defekten. In ihrem Bestreben, die Fahrzeuge immer sicherer und komfortabler zu machen, verbauen die Hersteller immer mehr elektronische Elemente. Selbst für Kleinwagen sind computergesteuerte Brems- und Stabilisierungssysteme inzwischen fast zur Selbstverständlichkeit geworden.

High-Tech in der Kfz-Werkstatt

Dieser technische Fortschritt hat auch vor der Kfz-Werkstatt nicht Halt gemacht. Für den Automechaniker sind die Geräte zur elektronischen Fehlerdiagnose deshalb heute genauso wichtig wie der passende Schraubschlüssel. Die Folge: Eine Kfz-Werkstatt muss viel Geld investieren, um ihr technisches Equipment auf dem neuesten Stand zu halten. Viele kleine Reparaturbetriebe haben diesem technologischen Umbruch finanziell nicht standhalten können. Das hat zu einem Konzentrationsprozess in der Branche geführt. Profitiert haben davon vor allem die großen Filialbetriebe, die Kostenvorteile nutzen können. Und die Vertragswerkstätten, die Verträge mit einem Hersteller geschlossen haben, können auf diese Weise das technologische Know-how nutzen, das der Fahrzeugproduzent ihnen zur Verfügung stellt.

Preis-Leistungs-Verhältnis der Kfz-Werkstatt vergleichen

Knapp 40.000 Autowerkstätten gibt es in Deutschland, gut die Hälfte davon sind nicht an Marken und Hersteller gebundene Servicebetriebe. Wer das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, können Kunden am besten feststellen, wenn sie sich für eine anstehende Autoreparatur bei unterschiedlichen Anbietern einen Kostenvoranschlag machen lassen. In der Regel berechnen Vertragswerkstätten höhere Stundensätze. Oft hängt der Preisunterschied auch von den verwendeten Ersatzteilen ab: Vom Autohersteller gelieferte Markenersatzteile sind meistens teurer als Ersatzteile von markenfremden Zulieferern. Doch freie Werkstätten müssen nicht automatisch preiswerter sein als Vertragswerkstätten. Gerade bei Verschleißreparaturen wie bei Stoßdämpfern oder Bremsen bieten auch Markenwerkstätten in Werbeaktionen zeitweise besonders attraktive Konditionen für bestimmte Autoreparaturen an.

Kundenrechte bei der Wahl der Kfz-Werkstatt gestärkt

In welcher Kfz-Werkstatt der Kunde eine Autoreparatur ausführen lässt, kann er unabhängig von Garantieansprüchen selbst bestimmen. Mit der Reform der so genannten Kfz-Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) vom 1. Juli 2010 dürfen Hersteller ihre Gewährleistung nicht mehr davon abhängig machen, ob eine Autoreparatur von einer Markenwerkstatt unter Verwendung von Originalersatzteilen durchgeführt wurde. Auch müssen die Hersteller den freien Werkstätten für eine Inspektion alle notwendigen technischen Informationen zur Verfügung stellen.

EU-Reform soll die Autoreparatur billiger machen

Vor der Reform hatten Kunden zwar ebenfalls die freie Wahl. Bei Neuwagen jedoch drohten viele Hersteller mit Garantieentzug, wenn der Kunde sein Auto nicht in einer Kfz-Werkstatt reparieren ließ, die vom Autoproduzenten autorisiert war. Diese Praxis wollte die Europäische Union mit der Reform der GVO beenden. Die EU-Wettbewerbshüter haben damit die Kundenrechte bei der Wahl der Kfz-Werkstatt deutlich gestärkt. Weitere Ziele der EU-Reform: Das Kostenniveau für Autoreparaturen sollte sinken, der Autoservice durch die neue Konkurrenz an Qualität gewinnen.