Glossar: Hebebühne

Schneller Autoservice mit der Hebebühne

Lange bevor das Auto ab den 1950er Jahren zum Massenfortbewegungsmittel wurde, etablierte sich in den Städten und in unmittelbarer Nähe der großen Durchfahrtstraßen eine neue Autoservice-Branche, die dafür sorgte, dass die Räder nicht still standen. Bis vor einigen Jahrzehnten bildeten Tankstelle und Werkstatt noch sehr oft eine Einheit. Der Vorteil für den Kunden lag auf der Hand: Nach dem Tanken war direkt ein Automechaniker zur Stelle, der das Auto bei Beidarf schnell auf die Hebebühne fahren konnte, um Probleme zu erkennen oder einen Ölwechsel durchzuführen. Eine solche Einheit von Kfz-Werkstatt und Tankstelle ist heute eher selten geworden, da sich diese beiden Servicebereiche inzwischen spezialisiert und damit auch örtlich getrennt haben.

Autoreparaturen vor Einführung der Hebebühne

Im Vergleich zu den modernen Autos mit ihren zahlreichen elektronischen Helfern war die Technik der Pkw zu Beginn des industrialisierten Fahrzeugbaus eher simpel. Das bedeutete allerdings nicht, dass weniger Autoreparaturen und Wartungsarbeiten anfielen. Eher war das Gegenteil der Fall. Denn die noch wenig ausgereiften Technologien und die einfacheren Materialien führten in der Regel zu einem höheren Verschleiss. Für den Gebrauch eines Automobils war es deshalb unabdingbar, stets eine sorgfältige Wartung durchzuführen. Das Problem: Vor der Entwicklung der Hydrauliktechnik und der modernen Hebebühne musste der Automechaniker der Kfz-Werkstatt viel Zeit und Kraft aufwenden, um sich Zugang zu den unteren Teilen des Fahrzeugs zu verschaffen.

Arbeitsgrube statt Hebebühne

Für den Ölwechsel reichte es damals aus, einen Automechaniker mit dem Rollbrett und einer Auffangwanne unter das Fahrzeug zu schieben. Für den Reifendienst wurde ein Wagenheber angesetzt, um auf diese Weise unkompliziert, jedoch zeitaufwändig in vier Etappen alle Reifen auszutauschen. Um weiterreichende Arbeiten im Unterbodenbereich, etwa am Chassis oder am Auspuff des Autos, durchführen zu können, brauchte auch die Werkstatt der 1920er Jahre eine Möglichkeit, den Wagen von unten frei zugänglich zu machen. Die einfachste Möglichkeit bestand darin, das Auto über eine mittels Leiter oder Treppe erreichbare Grube zu fahren. Solche Arbeitsgruben waren in den Kfz-Werkstätten lange Zeit die am weitesten verbreitete Einrichtung, um die Durchführung von Arbeiten am Unterboden eines Fahrzeugs gewährleisten zu können. Der Nachteil: Da der Wagen auf seinen Rädern über der Arbeitsgrube stand, mussten für Arbeiten an Achsen oder Stoßdämpfern doch wieder Hebemittel eingesetzt werden. Einfacher wurde die Autoreparatur erst dann, als sich elektromechanische, hydraulische oder pneumatisch per Druckluft ausfahrende Hebebühnen in der Kfz-Werkstatt als Standard durchsetzten.

Moderne Hebebühnen in Unterflur-, Säulen- und Scherenbauweise

Pkw, Kleintransporter oder Wohnmobil, die heute angebotenen Hebebühnen lassen sich für die unterschiedlichsten Fahrzeug- und Gewichtsklassen einsetzen. Üblich sind in der Autowerkstatt Hebebühnen mit einer Tragkraft von drei bis Tonnen. Je nach vorhandenem Platz in der Werkstatt können verschiedene Bauweisen als Unterflur-, Säulen- oder Scherenhebebühne gewählt werden. Die einfachsten Ausführungen besitzen einen zentralen Stempel, der einen flachen Rahmen anhebt, auf den das Fahrzeug gefahren wird. Die größeren elektrohydraulischen Hebebühnen arbeiten mit zwei oder vier Stempeln und haben statt des Flachrahmens breitere Fahrbahnen. Solche Hebebühnen sind für die Achsvermessung besser geeignet, da sie auch bei Fahrzeugen größeren Gewichts die erforderliche Stabilität gewährleisten. Insbesondere Großwerkstätten profitieren von Kombihebebühnen, die so aufgebaut sind, dass ein Tema gleichzeitig an Unterboden, Radkasten und Motorraum arbeiten kann.