Glossar: Automechaniker

Für viele Nachwuchskräfte ist Automechaniker ihr Traumberuf

Die technische Faszination, die Automobile und Motorräder ausüben, ist ungebrochen. Das spiegelt sich auch in den Berufswünschen des Nachwuchses wider. Insbesondere bei jungen Männern steht seit Jahrzehnten die Ausbildung zum Automechaniker an erster Stelle, wenn sie gefragt werden, in welchem Arbeitsbereich sie für sich eine Berufsperspektive sehen. Dennoch ist die Werkstatt schon längst keine reine Männerdomäne mehr. Ein steigender Prozentsatz der rund 100.000 Auszubildenden im Kfz-Handwerk sind inzwischen junge Frauen, die sich wie ihre männlichen Arbeitskollegen mit einem guten Hauptschulabschluss oder mit dem erfolgreichen Abschluss der Realschule qualifiziert haben. Mehr als das Geschlecht zählt das Interesse an Technik und das Verständnis vom Zusammenspiel zwischen Mechanik und Elektronik. Denn der Einsatz von Bordcomputer und elektronischen Schaltkreisen hat nicht allein den Fahrzeugbau revolutioniert, sondern zugleich den Beruf des Automechanikers stark verändert.

Vom Automechaniker zum Kfz-Mechatroniker

Seit dem Jahr 2003 hat das Kfz-Handwerk den neuen Anforderungen an das Berufsbild der Automechanikers durch eine Reform der Ausbildung Rechnung getragen: Aus den zuvor getrennten Ausbildungswegen Automechaniker und Kfz-Elektriker ist der neue Lehrberuf Automechatroniker entstanden. Der Nachwuchs für die Werkstatt lernt dort nicht mehr nur die klassischen Handgriffe für die Autoreparatur unter der Hebebühne. Mit auf dem Ausbildungsprogramm stehen vielmehr das Programmieren von Steuergeräten etwa für das Motormanagement oder die Anpassung der vielen verschiedenen elektronischen Systeme, die in einem modernen Fahrzeug verbaut sind und die immer optimal zusammenwirken müssen.

Spezialisierung für den Automechaniker

Wer heute Automechaniker lernt, kann sich ab dem dritten Ausbildungsjahr spezialisieren, um sich besser für die unterschiedlichen Anforderungen qualifizieren zu können, die der Beruf im Arbeitsalltag stellt. Für den modernen Kfz-Mechatroniker stehen deswegen bereits in der letzten Ausbildungsphase die vier Schwerpunkte Pkw-Technik, Motorrad- oder Nutzfahrzeugtechnik sowie Fahrzeugkommunikationstechnik zur Auswahl.

Automechaniker werden zu Servicemitarbeitern geschult

Unabhängig vom späteren beruflichen Schwerpunkt lernen die Automechaniker heute, wie sich Kommunikationsmittel wie das Internet nutzen lassen, um dort Informationen zu Fragen rund um die Autoreparatur gezielt abfragen zu können. Von besonderer Wichtigkeit kann das etwa bei der Recherche für ein passendes Ersatzteil sein, das bei älteren Fahrzeugmodellen oder Classic Cars nur noch von Spezialhändlern angeboten wird. Eine weitere Neuerung in der Ausbildung: Die Betriebe schulen ihre angehenden Automechaniker früh im Umgang mit dem Kunden. Die erlernten Kommunikations- und Managementfähigkeiten sollen später gewährleisten, dass der Autoservice in der Werkstatt optimiert wird. Denn im Arbeitsalltag ist es dann oft der langjährig beschäftigte Automechaniker, der neben dem Kfz-Meister für die Organisation der Autoreparaturen im Betrieb einschließlich der Terminabsprache zuständig ist.

Berufs- und Karriereprofil des Automechanikers

Der Automechaniker als moderner Dienstleister rund um den Autoservice muss seine fachliche Kompetenz nach wie vor auch in seinen klassischen Zuständigkeitsgebieten unter Beweis stellen. Wer sich nach dreieinhalbjähriger Ausbildung zum Automechatroniker mit der komplizierten Elektronik des Motormanagements auskennt, von dem wird erst recht erwartet, dass er das Gerät zur Achsvermessung bedienen kann und alle gängigen Arbeiten im Rahmen von Wartung und Inspektion eines Fahrzeugs beherrscht. Um über die technischen Neuerungen auf dem Laufenden zu bleiben, sollte eine Weiterbildung auch für jeden Automechaniker selbstverständlich sein. Wer sich nach den Gesellenjahren fortbildet, kann damit dann zum Kfz-Servicetechniker und schließlich zum Kfz-Meister aufsteigen.